το σημάδι / to simádi
2026 – fortlaufend
„Eine Narbe zieht sich durch Zyperns Hauptstadt Nikosia – ein Sinnbild für die Teilung des Landes nach der türkischen Invasion im Jahr 1974. Straßen enden abrupt, Häuser verfallen, unerreichbar für die, die sie einst bewohnten. Während die Natur sich innerhalb der UN-Pufferzone zurücknimmt, was ehemals die Heimat griechisch- und türkisch geprägter Zyprioten war, wuchsen abseits von ihr auch zwei Gesellschaften heran, weitestgehend abgeschottet von der Lebensrealität der jeweils anderen. Bis zur Grenzöffnung im Jahr 2003 waren streunende Katzen jahrzehntelang nahezu die Einzigen, die die „Green Line“ ungehindert übertreten konnten. Wird der Konflikt zwischen der Republik Zypern und der international nicht anerkannten Türkischen Republik Nordzypern weitestgehend als „eingefroren“ bezeichnet, entspricht diese Interpretation nur bedingt der Wahrheit. Mit dem Zypern-Konflikt taten sich nicht nur physische Grenzen, sondern auch Grenzen in den Köpfen der Menschen auf. Narben, die nie verheilten, obwohl sie sich danach sehnen. Heimat, die verloren ging, obwohl man auf sie blicken kann. Generationen, geprägt durch einen Krieg, den sie nie erlebten. Die Spaltung Zyperns sollte maximale Regulation erzwingen – und äußert sich heute durch eine von überwucherten Grenzlinien gezeichnete Stadtlandschaft, in der Menschen ihren Platz oft erst suchen müssen.“






